Gestern fand die Veranstaltung „Fracking bis an Kurhaus?“ der Partei DIE LINKE im Kurhaus Bad Bevensen statt. Die ca. 30 Besucher beteiligten sich an den regen Diskussionen, die durch Vorträge von der LINKE-Direktkandidatin Kathrin Otte, Torben Guhl (Bund Bürgerinitiativen Umweltschutz) und Michael Braedt (Geschäftsführer DIE LINKE) angeregt wurden.

Kernaussagen waren, dass durch die Pläne der  mit nur 25.000 € Firmenvermögen ausgestatteten Firma Geo Exploration Technologies der Kurstatus der Stadt Bad Bevensen massiv gefährdet wird. Zudem stehen die Geothermie-Vorhaben der Stadt auf dem Spiel. Substanzielle Mängel begleiten die heutigen Standards der Öl- und Gasförderung ebenso wie sehr häufige Unfälle, Leckagen und Erdbeben. Bereits beim konventionellen Abbau von Erdgas und -Öl werden giftige und krebserregende Stoffe mit zutage gefördert. Erdbeben oder Infrastrukturschäden können bereits beim Aufsuchen von geeigneten Förderstellen verursacht werden. Dass der Abbau auch durch Fracking geschehen könnte, ist nach aktueller Gesetzeslage nicht ausgeschlossen, was die Gefahr von Schäden an Häusern und Drainagerohren sowie tiefgreifenden Gesundheitsbelastungen noch einmal erhöht. Kathrin Otte warnte vor den mangelnden Regulierungen für einen ausreichenden Gesundheitsschutz und vor den bereits kaputtgesparten Behörden, die selbst beim besten Willen wegen ihrer gravierenden personellen Lage nicht mehr ihrem Auftrag als Kontrollinstanzen nachkommen können.

Auf die Frage einer sichtlich besorgten Zuhörerschaft nach Handlungsoptionen zitierte Kathrin Otte  auch eine Mitstreiterin aus dem Landkreis Rotenburg: „Die seismischen Untersuchungen sind der Auftakt zu späteren Bohrungen und Förderungen. Wenn wir diese Abfolge verhindern wollen, dürfen wir schon die Seismik nicht zulassen.“

Das abgebildete Schild mit dem Betretungsverbot soll wie das gelbe Kreuz im Wendland das Zeichen des Protests sein. Die Bürgerinnen und Bürger wurden aufgefordert, eine parteiunabhängige Bürgerinitiative zu gründen, um ihre Interessen und Rechte durchsetzen zu können. Als erste Aktivität lud Kathrin Otte Beteiligte ein, sie zur heute genehmigten Akteneinsicht zum Landesbergamt in Hannover zu begleiten, um im Anschluss die Bürgerinnen und Bürger darüber zu informieren, welchen Plänen sie und Bad Bevensen ausgesetzt werden sollen.