Vor kurzem sind Pläne aufgetaucht, wonach die Landesbergbaubehörde (LBEG) eine Erlaubnis zur Aufsuchung zwecks Abbaus von Erdgas und -Öl im Landkreis Uelzen auf einer Fläche von 133 km² gewährt hat. Das Gebiet auf der beiligenden Karte in Rot erstreckt sich über Bad Bevensen, Groß Thondorf, Römstedt, Himbergen, Weste, Jastorf, Schwemlitz, Oetzen und Rosche sowie das Umland. In den vorläufigen Plänen sind sogar die Jod-Sole-Therme bis zum neuen Kurhaus nicht ausgespart.

Eine offenbar geplante Explorationsbohrung inklusive einer seismischen Untersuchung birgt bereits verschiedene Risiken, u.a. können Drainagerohre der Landwirte beschädigt werden, bei denen dann die Beweislast liegt. Wenn es zu einer Öl- oder Gasförderung kommt, kann die Förderung auch durch Fracking geschehen, indem durch hohen Druck mit Hilfe von Chemikalien künstlich Risse im Gestein erzeugt werden. Dass der Abbau gesundheitliche Risiken birgt, zeigen US-amerikanische Studien in deren Frackinggebieten. Auch in Niedersachsen stehen auffällig hohe Raten an Non-Hodgkin Lymphomen in den zentralen Fördergebieten unter Verdacht, bereits mit der konventionellen Förderung in Verbindung zu stehen. „Anstatt Fracking großflächig zuzulassen, sollte die Landesregierung umfassende Maßnahmen zum Gesundheitsschutz und zur zügigen Aufklärung der Krebsfälle ergreifen. Solange die Ursachen auch nur potenziell im Zusammenhang mit der Öl-/Gasförderung zu vermuten sind, gilt das Vorsorgeprinzip, das ein Stilllegen der Gefahrenquelle vorsieht“, sagt Kathrin Otte, parteiungebundene Gesundheits- und Umweltaktivistin sowie Direktkandidatin Landtagswahl für DIE LINKE in Uelzen. Sie wird sich auch aktiv bei der Informationsveranstaltung im Kurhaus Bad Bevensen beteiligen

Der Landkreis Uelzen, die Stadt Uelzen und die Stadt Bad Bevensen haben zu dem Vorgang bereits im Mai & Juni 2017 Stellungnahmen abgegeben. Sie liegen mittlerweile der LINKEN und auch der Presse vor, zeigen allerdings, dass dabei weder die Bevölkerung noch die demokratischen Institutionen miteinbezogen wurden – ein Vorgehen, was laut Bundesberggesetz rechtens ist.

Die Informationsveranstaltung im Kurhaus Bad Bevensen strebt mit folgenden Experten eine Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger über die Pläne an: Kathrin Otte, Herbert Behrens (Mitglied des Deutschen Bundestages, Kandidat Landtagswahl), Dr. Michael Braedt (Geschäftsführer DIE LINKE. Niedersachen), Thorben Gruhl (Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz). Schließlich soll die Gründung einer parteiungebundenen Bürgerinitiative angeregt werden.

„Fracking bis ans Kurhaus?“ – Am 28. September um 19 Uhr im Kurhaus Bad Bevensen.

 

Karte basiert auf: http://nibis.lbeg.de/cardomap3/?permalink=2pHpGC8B